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Verein für deutsch-französische Studienbeziehungen
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Licence générale

Hier ist man vollständig mit den französischen Studenten zusammengelegt und erfüllt die gleichen Voraussetzungen. Somit haben wir mit Prof. Seul und dem deutschen Recht an sich eigentlich gar nichts mehr zu tun. Für Verwaltungsfragen in den beiden Systemen sind unterschiedliche Büros verantwortlich, da die bi-licence dem Bereich Recht und Sprache untersteht. Vorteilhaft ist also, dass man allein wirtschaften kann und dass man keine Blockveranstaltungen mehr hat sowie dass man sich auf das französische Recht konzentrieren kann.

Man wählt zu Beginn sechs Fächer pro Semester, darunter sind die Pflichtfächer natürlich gesetzt. Manchmal kann aber auch aus mehreren Pflichtfächern eine Auswahl getroffen werden. Der Vorteil dabei ist, dass man manchen Fächern, die einem nicht liegen, komplett entgehen kann. Zudem wählt man eine Orientierung: droit public oder droit privé, was die Pflichtfächer bereits auf einen bestimmten Bereich anlegt. Dadurch, dass ich droit public gewählt habe, konnte ich beispielsweise dem Zivilrecht (besonderes Vertragsrecht) komplett entgehen.

Folgende Pflichtfächer gibt es für beide Orientierungen im ersten Semester der licence (jeweils mit unterschiedlichen Koeffizienten):

  • Droit commercial (droit des affaires à Gesellschaftsrecht)
  • Droit du travail
  • Droit international public (Völkerrecht)
  • Droit communautaire (Europarecht: Institutionenrecht)
  • In der orientation droit civil war Droit civil I (contrats spéciaux) zusätzlich Pflicht. 

Das letzte bzw. (für die orientation droit public) die beiden verbleibenden Fächer konnten frei gewählt werden, u.a. gab es historische bzw. politikwissenschaftliche Fächer (Histoire des Idées politiques, Droit romano-canonique médiéval, Droit romain antique), öffentlich-rechtliche Fächer (Droit de la fonction publique), zivilrechtliche Fächer (Droit de la sécurité sociale, Droit civil) oder spezielles Strafrecht.

Folgende Pflichtfächer gibt es für beide Orientierungen im zweiten Semester (jeweils mit unterschiedlichen Koeffizienten):

  • Droit des libertés fondamentales
  • Droit fiscal général
  • Orientation droit civil : Droit judiciaire privé
  • Orientation droit public : 2 von 3 aus : Droit judiciaire privé, Droit administratif des biens, Droit public des affaires (Droit public économique)

Die beiden bzw. (für die orientation droit privé) die drei verbleibenden Fächer konnten wiederum frei gewählt werden, u. a. gab es historische Fächer (Histoire de la pensée juridique européenne: Common law, Juridiction et codification judiciaire au XVIIIe et XIXe s.), öffentlich-rechtliche Fächer (Droit international public 2, Droit communautaire 2) und zivilrechtliche Fächer (Droit commercial 2, Droit civil 2).

Von den zwei TDs muss jeweils mindestens eines ein Pflichtfach aus dem höchsten Koeffizienten sein (man kann also logischerweise nicht orientation droit privé wählen und dann Völkerrecht und Europarecht als TDs machen wollen...), während das andere relativ frei je nach Angebot gewählt werden kann (nicht für alle Fächer wird ein TD angeboten, aber für relativ viele). Man kann also durchaus orientation droit privé wählen und dann Gesellschaftsrecht und Völkerrecht als TDs nehmen.

Zwei TDs bedeuten eine Menge Arbeit, was ein Hauptunterschied zur bi-licence ist. In den TDs findet die hauptsächliche Arbeit statt, dort müssen Aufgaben und viele Texte abgeliefert werden. Bei zwei TDs muss man sich von dem Gedanken verabschieden, nebenbei viel für andere Fächer tun zu können. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass der Arbeitsaufwand hoch, aber zu schaffen ist, und dass es normal – und überraschenderweise machbar – zu sein scheint, dass man sich den Stoff der restlichen Fächer vor den Prüfungen irgendwie in den Kopf manövriert.

An anderen Unis müssen drei TDs belegt werden, was ziemlich unmenschlich ist, wie ich an meinen Jura studierenden Gangnachbarn im Studentendorf sowie an Leuten von uns, die nach einem Jahr gewechselt haben, sehe. Von daher haben wir es in Nanterre noch ziemlich gut.