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Verein für deutsch-französische Studienbeziehungen
  Suchen Nanterre * Paris - ja oder nein? * Zu lange?
Ist es zu lange?

Ein Motiv für die Entscheidung gegen Paris ist immer wieder die lange Studienzeit und die Entfernung vom „eigentlich einzig wichtigen“ deutschen Recht. Ich kann das schon verstehen, allerdings denke ich, dass diese 1-2 Jahre eben den Vorteil bringen, dass wir uns von den den Markt überschwemmenden Juristen eben gerade durch unsere Doppelqualifikation unterscheiden, die durch den Doppelstudiengang (und nicht ein einfaches Auslandssemester) ausgelöst wird. Vor dem Hintergrund war für mich dieses Argument keine wirkliche Frage.

Ich glaube auch, dass die hier verbrachte Zeit so viel Wert hat, dass es am Ende auf die anderthalb oder zwei Jahre, die man später fertig wird, auch nicht ankommt, dass das schnelle Fertigwerden um jeden Preis heute bei der Arbeitsmarktsituation gerade nicht das Ziel sein kann – ganz zu schweigen von all den anderen Vorteilen, die das Leben in einem anderen Land mit sich bringt, die Sprachkenntnisse, die kulturellen Erfahrungen... noch dazu in dieser wundervollen Stadt.

Weiterhin ist noch ein Argument, dass ihr euch sonst zwei Jahre lang mit der Doppelbelastung (erfolgreich) herumgeschlagen habt, um am Ende nichts davon zu haben. es wäre doch schade, dass gesamte erworbene Wissen einfach so wegzuwerfen, denn es ist allein, ohne die Frankreichphase, quasi zu nichts zu gebrauchen. In der Regel zählt nur ein anerkannter Abschluss für den Arbeitgeber etwas.

Zudem kann man auch auf das DFH-Stipendium verzichten und als (quasi unabhängiger, aber im Sog der anderen mitgezogener) Erasmus nach Nanterre gehen. Dies hat den unschlagbaren Vorteil, dass man mit seiner licence wieder nach Hause fährt und sich das momentan auch vielleicht weniger nützliche zweite Jahr spart, allerdings bekommt man auch deutlich weniger Geld (etwa 90 zu 250 € –  abgesehen davon, dass es schon bis Januar/ Februar dauert, bis man das DFH-Geld erhält, dann aber auch rückwirkend), was bei den hohen Lebenshaltungs- und Mietkosten nicht zu unterschätzen ist.

Was die Problematik der inhaltlichen Entfernung vom deutschen Recht angeht, kann ich natürlich noch nicht allzu viel sagen, dazu müsste man Rückkehrer befragen. Ich finde aber, dass der tatsächliche Vorteil im Lernen durch Vergleich besteht, dass man sein eigenes System viel besser versteht oder auch an einigen Ecken durch den Vergleich infrage stellt. Der aktive Vergleich hilft sehr beim Behalten der vielen Informationen. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven im Europa- und Völkerrecht finde ich sehr spannend.