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Verein für deutsch-französische Studienbeziehungen
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9. Klausuren mitschreiben und ernst nehmen

Absolut unentbehrlich: Im ersten Semester alle Klausuren im deutschen Recht mitschreiben! Wenn ihr das nicht tut, müsst ihr im zweiten und dritten Semester ausnahmslos alle Klausuren bestehen. Legt es auf keinen Fall auf eine Nachprüfung an, denn die Nachklausuren werden häufig nicht von den Professoren gestellt, die die Vorlesungen gehalten haben und sind generell schwieriger! Wenn ihr die anderen Klausuren nicht bestanden habt, wird es sehr schwer.

Manche Kommilitonen werden behaupten, dass die Klausuren im ersten Semester einfach sein werden. Das stimmt in aller Regel nicht. Von euch wird im ersten Semester erwartet, dass ihr den Stoff im BGB AT, STGB AT I und im Staatsorganisationsrecht beherrscht, nicht in allen Einzelheiten, aber in den Grundstrukturen. Da aber der Professor entscheidet, was für ihn das Wesentliche ist, tut ihr gut daran, den Stoff umfassend und vor allem nicht nur oberflächlich zu lernen. Es genügt nicht, wenn ihr kurz vor den Klausuren zu lernen beginnt (s.o.); der Stoff ist zu umfangreich.

Besonderer Wert wird auf Kenntnis der Systematik und des Gutachtenstils gelegt. Hier kann man leicht Punkte sammeln, indem man gut gliedert, strukturiert und Voraussetzungen ordentlich prüft. Guckt euch also genau an, welchen Paragraphen man wie prüft. Auf gelernte Definitionen und eine gründliche Subsumtion kommt es an. Ihr müsst nicht jeden Streit auswendig beherrschen, aber ihr solltet wissen, wo die Probleme liegen und wie man sie lösen kann. Wenn man die Grundlagen und vor allem das Schema aber nicht verstanden hat oder schlecht darlegt, kann man diese einfach zu gewinnenden Punkte aber ebenso schnell verlieren - und damit meist gleich noch mehr, weil sich der Korrektor ärgert.

Wichtig sind auch eine saubere Schrift und eine gute Form! Der Korrektor wird für eine lesbare und strukturierte Klausur, in der ein paar Fehler sind, mehr Punkte geben, weil er von Anfang an positiv gestimmt ist. Wenn man zwar die Probleme lösen kann, das aber an der falschen Stelle tut oder sie gar "im luftleeren Raum", d.h. ohne Zusammenhang, erörtert, fällt man eher durch. Denn für das deutsche Recht gilt: Überflüssiges ist falsch!

Wichtig gerade für französische (aber auch für die deutschen!!) Studenten ist auch ein guter Ausdruck im Deutschen. Viele Professoren lassen Studenten durchfallen, deren Klausuren man schwer versteht. Ihr bracht aber keine Angst zu haben, wenn ihr die Fachbegriffe und wichtige Formulierungen gelernt habt und anwenden könnt. Wegen falscher Artikel oder etwas verdrehter Sätze fällt niemand durch. Jeder Korrektor merkt, wer ausländischer Student ist und wird diesbezüglich milder sein.

Wichtig sind aber die Fachtermini und ihre korrekte Anwendung - also eine Frage des Lernens, die auch die Deutschen trifft. Auch für deutsche Studenten ist Juristendeutsch fast wie eine Fremdsprache! Also: Nicht leichtfertig Punkte verschenken! Wenn ihr all diese Ratschläge beherzigt, könnt ihr eigentlich nur noch bestehen... ;-)